Verwahrentgelte

Warum die Zinsen so niedrig sind

Die andauernde Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) belastet Banken ebenso wie Sparer. Je länger diese Geldpolitik bestehen bleibt, desto schwieriger wird es für die Banken, ihre Kunden vor der Weitergabe des Negativzinses, den sie selbst an die EZB zahlen müssen, zu verschonen. Mit unserer Genossenschaftlichen Beratung bieten wir Ihnen professionelle Unterstützung bei Ihrer Anlagestrategie, um diese individuell an Ihre Ziele und Wünsche anzupassen und Negativzinsen zu vermeiden.

Warum Verwahrentgelte?

Die Europäische Zentralbank legt die Geldpolitik für die 19 Länder des Euroraums fest. Seit Juni 2014 liegt der EZB-Leitzins im Minusbereich, wodurch Banken Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie Geld bei der EZB angelegt haben. Inzwischen können viele Kreditinstitute es betriebswirtschaftlich nicht mehr verantworten, den Negativzins in vollem Umfang zu tragen. Nachdem die Zinsen im September 2019 von der EZB weiter gesenkt wurden, erheben wir als Volksbank Hellweg eG nun zumindest teilweise auch Negativzinsen auf Geldanlageprodukte für Privatkunden und Verwahrentgelte auf Girokonten.

Negativzinsen vermeiden

Als Anleger sollten Sie jetzt Ihre Strategie überdenken, um Negativzinsen zu vermeiden. Wir unterstützen Sie dabei. Im Rahmen unserer Genossenschaftlichen Beratung besprechen wir mit Ihnen auf Augenhöhe, wie Sie Ihre individuelle Vermögensanlage so ausrichten können, dass Sie Negativzinsen mindern oder umgehen. In einem partnerschaftlichen Gespräch stellen wir nicht einzelne Produkte in den Mittelpunkt, sondern Sie mit Ihren Zielen und Wünschen. Vereinbaren Sie daher gerne einen Termin. Wir freuen uns auf Sie.

Unsere Reaktion

Folgende Verwahrentgelte werden eingeführt:  
Privatkunden Kontokorrent und Tagesgeldkonten
Guthaben bis 200.000,00€
ab 200.000,01€
Zinssatz
0,00% p.a.
- 0,50% p.a.  
Firmenkunden Kontokorrent und Tagesgeldkonten
Guthaben bis 200.000,00€
ab 200.000,01€
Zinssatz 0,00% p.a. - 0,50% p.a.

Vertrauen Sie uns als Experten

Um die Zahlung des Entgeltes von vornherein zu vermeiden, setzen wir jetzt noch stärker auf unsere genossenschaftliche Beratung: individuelle Anlagevorschläge, die ein optimales Verhältnis zwischen Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit bieten, sind die Lösung. 

Wir unterstützen Sie gern bei der richtigen Anlage für Ihr Geld. Gemeinsam finden wir Lösungen, die zu Ihnen passen.

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Häufig gestellte Fragen

Warum sind die Zinsen so niedrig?

Die Europäische Zentralbank (EZB) legt für die 19 Länder des Euroraums die Geldpolitik fest. Kernaufgabe der EZB ist es unter anderem, für Preisstabilität zu sorgen. Ein wichtiges Element dafür ist der Leitzins. Ist dieser niedrig, so sind auch die Zinsen für Kredite und Einlagen niedrig. Seit Juni 2014 hat die EZB erstmals den Einlagenzins in den negativen Bereich gerückt. Seither müssen Banken auf Geld, das sie bei der EZB hinterlegen, Zinsen bezahlen. Je länger diese Geldpolitik bestehen bleibt, desto schwieriger wird es für die Banken, ihre Kunden vor der Weitergabe des Negativzinses zu schützen.

Wie ist die aktuelle Lage für die Banken?

Die schwere Rezession im Euroraum versetzt die EZB in eine schwierige Lage, da selbst niedrige Zinsen die Konjunktur nicht ausreichend stimulieren. Es stellt sich allerdings die Frage, ob das von der EZB gewählte Instrument der Negativzinsen mit Nachdruck und das schon seit Jahren. Auch die massiven Wertpapierkäufe bringen der Konjunktur immer weniger neue Impulse, verstärken aber die schädlichen Nebenwirkungen.


Auch die Verteilungswirkungen der Geldpolitik werden immer massiver. Die größten Leidtragenden sind die Sparer, denen inzwischen nicht nur negative Realzinsen, sondern möglicherweise bald auch zunehmend negative Nominalzinsen zugemutet werden. Auch wird die Ertragslage der Banken mit fortschreitenden Negativzinsen mehr und mehr belastet. Wenn die Ertragslage der Banken durch die Minuszinspolitik geschwächt wird, sinkt auch ihre Fähigkeit zur Stärkung ihrer Eigenkapitalpolster. Starke Banken sind aber unabdingbar, um entweder in einer wachsenden Volkswirtschaft die Kreditvergabefähigkeit mitwachsen zu lassen oder auch um im Fall einer deutlichen Eintrübung der Konjunktur den Kreditzugang zu erhalten. Insbesondere im Zuge der Erholung von den Folgen der Coronapandemie ist eine ausreichende Kreditversorgung des privaten Sektors für einen dynamischen Aufschwung unabdingbar.

Was sollten Anleger jetzt tun?

Anleger sollten jetzt aktiv ihre Geldanlagestrategie überdenken und bei der Volksbank Hellweg eG einen Termin zum Beratungsgespräch vereinbaren. Unsere genossenschaftliche Beratung bietet Ihnen professionelle Unterstützung bei Ihrer Anlagestrategie, um diese individuell an Ihre Ziele und Wünsche anzupassen und somit keine Negativzinsen zahlen zu müssen.

Ist der von der EZB beschlossene Staffelzins nicht eine Erleichterung für die Banken?

Die Freibetragsregelung für Überschussreserven auf EZB-Konten haben wir schon lange angemahnt, insofern begrüßen wir diesen Schritt. Die schädlichen Nebenwirkungen der extremen Geldpolitik werden aber nur gelindert, nicht beseitigt.


Zwar dürfte der Freibetrag für die Mehrheit der Genossenschaftsbanken zu einer Erleichterung führen, die Gesamtbelastung durch die weitere Verschärfung der extremen Geldpolitik wiegt aber um einiges schwerer. Das Zinsniveau belastet die Erträge in mehreren Bereichen des Bankgeschäfts, vor allem aufgrund der immer schmaleren Margen. Unter dem Strich werden die Institute also auch seit der Einführung des Staffelzinses erheblich belastet. Die Zinserträge aus dem Kundengeschäft werden nach unseren aktuellen Schätzungen deutlich stärker belastet als die mit dem Staffelzins gesparten Negativzinsen. Der von der EZB verlängerte Ausblick auf Negativ- und Niedrigzinsen kommt erschwerend hinzu. In der gesamten Branche wird die von der Geldpolitik verursachte Belastung zunehmend auf die Ergebnisse drücken.


Einerseits muss man sagen: Auch die EZB hat einen wichtigen Beitrag zur Überwindung der unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise geleistet. Andererseits führt die massive Ausweitung der Liquidität im Zuge der Coronapandemie aber zu einem weiteren Anstieg der Guthaben der Geschäftsbanken bei der EZB und hat perspektivisch kontinuierlich steigende Belastungen der Kreditinstitute über den negativen Einlagenzinssatz zur Folge.
Die EZB sollte die Freibeträge auf den Einlagenzins deutlich erhöhen. Dies würde diesem Trend entgegenwirken, die Ertragskraft der Kreditinstitute stärken, die Liquiditätssteuerung verbessern und dadurch die Kreditvergabefähigkeit an die Realwirtschaft ausweiten. Auch sollte die EZB bald eine Perspektive aufzeigen, wie sie die Anleihebestände in ihren Büchern zurückführen und für ein Ende der Minuszinspolitik sorgen will.
Hauptleidtragende der extremen Geldpolitik sind die Sparer. Das Zinsumfeld macht es immer schwerer, Vorsorge- und insbesondere auch Altersvorsorgeziele zu erreichen. Der Spargedanke wird beschädigt. Zudem geht mit den massiven Preissteigerungen an Vermögens-, insbesondere Immobilienmärkten das Risiko eines Aufblähens von Preisblasen einher.

Welche Arten von Zinsen gibt es und wie arbeitet die Bank damit?

Es gibt zwei Arten von Zinsen, den Kreditzins und den Anlagezins. Erhält ein Kunde durch Vereinbarung eines Darlehens Geld von seiner Bank, zahlt er Kreditzinsen. Legt ein Kunde sein Geld als Tagesgeld, Festgeld oder auf einem Sparbuch bei seiner Bank an, erhält er im Gegenzug üblicherweise Zinsen. Zinsen erfüllen also verschiedene Zwecke. Sie sind Lohn für bereitgestelltes Geld oder Kosten für erhaltene Gelder.


Im Normalfall zahlen Banken für bei ihnen angelegtes Geld Zinsen. Die Bank verwendet das angelegte Geld zur Kreditvergabe weiter und nimmt dafür Zinsen ein. Kreditnehmer sind zum Beispiel Verbraucher, die Ratenkredite oder Baudarlehen vereinbaren, oder Unternehmer, die einen Investitionskredit abschließen. Da der Kreditzins höher ist als der Anlagezins (zum Beispiel für Spargelder), kann die Bank einen Teil der vereinnahmten Zinsen als Sparzins an die Anleger auszahlen, den Rest behält sie unter anderem als Lohn für die eigenen Mühen und die Kosten (Filiale, Berater etc.) und letztlich auch insbesondere für die sichere Verwahrung der Gelder ein. Dieses Gleichgewicht ist nun aus den Fugen geraten.

Warum müssen Banken überhaupt Geld bei der EZB anlegen – gibt es nicht andere Möglichkeiten?

Banken sind gesetzlich verpflichtet, eine so genannte Mindestreserve bei der EZB zu halten. Diese bemisst sich am Bestand an täglich verfügbaren Einlagen, Festzinseinlagen mit vereinbarter Laufzeit von bis zu zwei Jahren und kurzfristigen Schuldverschreibungen der Institute. Die Mindestreserve soll unter anderem zur Stabilisierung der Geldmarktzinsen beitragen. Der Zinssatz auf Mindestreserven entspricht dem Zinssatz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte und liegt damit aktuell (Stand März 2021) bei null Prozent.
Über die Mindestreserve hinausgehende Gelder können Banken in der Einlagefazilität der EZB anlegen oder auf Girokonten bei der Zentralbank halten. Seit nunmehr knapp sieben Jahren ist die Verzinsung dieser Gelder negativ, Banken müssen einen „Strafzins“ für die Anlage bei der EZB bezahlen. Mitte September 2019 hat die EZB den Zinssatz auf minus 0,50 Prozent gesenkt, im Oktober 2019 einen von dem Negativzins ausgenommenen – jedoch geringen – Freibetrag eingeführt. Die hohen Einlagen der Banken bei der EZB sind maßgeblich auf die Wertpapierkäufe des Eurosystems zurückzuführen. In großem Umfang wurden diese erstmals in den Jahren 2015 bis 2018 im Rahmen des Anleihekaufprogramms der EZB durchgeführt. Aufgrund der konjunkturellen Eintrübung wurde der Nettowertpapiererwerb im Rahmen des Anleihekaufprogramms Ende 2019 wieder aufgenommen. Im Zuge der Coronapandemie wurden die Wertpapierkäufe dann massiv ausgeweitet. Mittlerweile übersteigt die den Banken durch die Wertpapierkäufe zur Verfügung gestellte Liquidität deren Bedarf erheblich. Daher resultiert aus dem massiven Wertpapiererwerb des Eurosystems ein Anstieg der Einlagen von Geschäftsbanken bei der EZB. Diese Einlagen unterliegen jedoch dem Strafzins von bis zu minus 0,5 Prozent.

Wie sieht die Rechtslage hinsichtlich Negativzinsen auf Geldanlagen aus? Auf welcher rechtlichen Basis haben Sie Ihre Entscheidung getroffen?

Wir richten uns nach der geltenden Gesetzeslage und Rechtsprechung. Demnach ist eine Vereinbarung mit dem Kunden rechtlich notwendig, um negative Zinsen einzuführen. Eine entsprechende Kundenvereinbarung vorausgesetzt, wären Negativzinsen bei Tagesgeldkonten und Girokonten rechtlich möglich.

Wären Negativzinsen auf Sparkonten rechtlich erlaubt oder ist dies verboten?

Nach verbreiteter Rechtsauffassung sind Sparkonten nicht negativzinsfähig. Auf Girokonten oder Tagesgeldkonten hingegen ist nach der geltenden Gesetzeslage und Rechtsprechung eine Berechnung von Verwahrentgelten rechtlich möglich, und zwar bei Neukunden sowie unter der Voraussetzung einer Neuvereinbarung auch bei Bestandskunden.

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