Bilanzsumme wächst um fast 3 Prozent

Trotz Niedrigzinsumfeld gutes Geschäftsjahr 2016, Wertpapiere und Einlagen legen zu, Mitglieder erhalten fast 6 Prozent Ausschüttungsrendite

Zieht man den Bilanzstrich unter das Geschäftsjahr 2016, haben wir unseren Förderauftrag erneut verlässlich erfüllt, stabile Erträge erwirtschaftet und einen Überschuss von 2,9 Millionen Euro erreicht. 

Hohe Renditen für Mitglieder

Während die bilanziellen Kredite und Einlagen leicht stiegen, legten die Wertpapierbestände der Kunden deutlich stärker zu. Die Bilanzsumme kletterte zum Jahresende auf 1,39 Milliarden Euro (plus 2,8 Prozent). Die Kundenkredite erreichten zum Jahresende mit einer Steigerung um 1,4 Prozent 966 Millionen Euro, die Einlagen legten um 2,4 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro zu. Das gesamte Kundenvolumen stieg um 2,4 Prozent auf 2,75 Milliarden Euro. Der Jahressüberschuss in Höhe von 2,9 Millionen Euro ermöglicht eine Ausschüttungsrendite von fast 6 Prozent für die 33.887 Mitglieder.

20,7 Millionen Euro Wertschöpfung für die Region

„Die Volksbank Hellweg eG hat trotz Niedrigzinsumfeld auch das Geschäftsjahr 2016 erfolgreich abgeschlossen. Wir konnten unsere Marktanteile und das Ergebnis stabil halten, alle Geschäftsbereiche konnten verteidigt oder ausgebaut werden“, erklärte Bernd Wesselbaum. Er verwies zudem auf das hohe Steueraufkommen der Bank in Höhe von 4 Millionen Euro, 15,1 Millionen Euro Gehälter und Sozialleistungen, 924.000 Euro Ausschüttung sowie 626.000 Euro Auftragsvergabe an die heimische Wirtschaft. Sein Fazit: „Die Volksbank Hellweg ist grundsolide und am Markt erfolgreich. Wir leisten unseren Beitrag für die Region und die Gesellschaft“.  Außerdem hat sich die Volksbank über das tägliche Bankgeschäft hinaus mit finanzieller und ideeller Unterstützung vor Ort eingebracht. 303 Vereine und Institutionen förderte sie mit 206.164 Euro.

1.750 neue Kunden und 1.081 neue Mitglieder

Insgesamt ist die Volksbank Hellweg für 66.199 Kunden, davon 33.887 Mitglieder, Partner in allen Finanzfragen. 2016 konnte sie 1.750 neue Kunden und 1.081 neue Mitglieder gewinnen. Jeder 2. Kunde profitiert als Mitglied am Erfolg der Genossenschaft in Form einer dividendenähnlichen Ausschüttung. Die 447 Vertreter(innen) werden am 7. Juni 2017 in der Vertreterversammlung die Höhe der Dividende beschließen. Bei der guten Ertragslage wird erneut eine Durchnittsrendite von fast 6 Prozent in Aussicht gestellt.

Niedrigzinsphase gibt Anlass zur Sorge

Dennoch zeigen sich die Banker besorgt beim Blick auf das Zinstableau. Die niedrigen Zinsen machen ihnen zu schaffen. Zum einen belasten sie das Ergebnis der Banken, vor allem aber haben sie weitreichende Folgen für Wirtschaft, Verbraucher und Gesellschaft. Wesselbaum: „Die Altersvorsorge in klassischen Anlageformen wird erschwert. Hinzu kommt der noch immer weiter wachsende Aufwand durch Regulatorik und Meldepflichten.“

Wertpapiere und Fonds statt Tagesgelder

Besonders hoch im Kurs bei Kunden standen im letzten Jahr Wertpapiere und Fonds. Die Einlagen der Genossenschaftsbank legten wie geplant um 2,4 Prozent auf über 1,06 Milliarden Euro zu. Manche Tagesgelder wurden im Laufe des Jahres in Fonds oder Wertpapiere umgeschichtet, um so den mageren Sparzinsen zu entgehen. Dr. Andreas Sommer zu dieser Entwicklung: „Wertpapieranlagen sind sinnvolle Anlageformen, um in der gegenwärtigen und andauernden Niedrigzinsphase Sparziele zu erreichen.“ Die Volksbank Hellweg eG empfiehlt ihren Mitgliedern und Kunden, diese Chancen zu nutzen. Eine umfassende Beratung sei jedoch unersetzlich, um ein ausgewogenes Portfolio zu schaffen.

Einlagenwachstum um 2,4 Prozent

In einem vom Niedrigstzins geprägten Umfeld schätzen Anleger mehr denn je die Volksbank als verlässlichen und soliden Partner. Das gesamte Kundenvermögen – bilanzielle und außerbilanzielle Einlagen (Depots, Guthaben bei Versicherungen und Bausparguthaben) betrug zum Jahresende 1,64 Milliarden Euro. Den stärksten Anstieg verzeichneten die Depotbestände mit 11,8 Prozent auf einen Jahresendwert von 109 Millionen Euro. Die außerbilanziellen Fondsbestände kletterten um 8,2 Prozent auf 249 Millionen Euro. Die bilanziellen Einlagen erhöhten sich um 25 Millionen Euro auf einen Jahresendwert von 1,06 Milliarden Euro. Sichteinlagen inklusiv Tagesgeld gewannen 3,6 Prozent, die Spareinlagen konnten den Negativtrend des letzten Jahres brechen und legten um 2,4 Prozent zu. Gerade in Zeiten niedriger Zinsen sollte für eine solide Altersvorsorge gesorgt sein. Insgesamt wurden bei der Volksbank 344 neue Riester- oder Rürupverträge abgeschlossen. Zusätzlich verbuchte die Volksbank 820 neue Bausparverträge mit einer Bausparsumme von 41,5 Millionen Euro.

Kunden fragen vermehrt Wertpapieranlagen nach

Neben den klassischen Bankeinlagen setzten die Volksbank-Kunden in der Vermögensanlage verstärkt auf Wertpapiere. Der Kurswert aller Kundendepots erhöhte sich um 11,6 Millionen Euro oder 11,8 Prozent auf 109 Millionen Euro. Anleger, die auf das Know How der Portfoliomanager der Bank setzen, wurden wieder mit guten Renditen belohnt. Die vier Depotstrategievarianten schlossen 2016 mit Wertzuwächsen von durchschnittlich 4,8 Prozent (Chance), 4,8 Prozent (Wachstum), 5,2 Prozent (Ertrag) und 4,0 Prozent (Rendite) ab. Die Portfoliomanager betreuen ein zweistelliges Millionenvermögen.

Mehr Teilzeitbeschäftigte

Am Jahresende beschäftigte die Volksbank 276 Mitarbeiter. Das sind vier Angestellte mehr als im Vorjahr, obwohl Personalkapazität insgesamt in etwa gleich geblieben ist. Die Erhöhung ist auf die um 3 Personen gestiegene Zahl der Teilzeitkräfte zurückzuführen. 80 Mitarbeiterinnen arbeiten aktuell in Teilzeit. Die Zahl der Auszubildenden lag wie in 2015 bei 35. Den Grund für die überdurchschnittlich hohe Ausbildungsbereitschaft erklärt Bernd Wesselbaum mit der Absicht, möglichst viele offene Stellen aus den eigenen Reihen zu besetzen. In diesem Jahr werden, wie im Vorjahr, 11 junge Menschen eine Ausbildung bei der Bank beginnen. Neben der kaufmännischen Ausbildung bietet die Bank auch das duale Studium an. Außerdem besteht die Möglichkeit, mit einem Schülerpraktikum in den Berufsalltag eines Bankers hineinzuschnuppern. Im letzten Jahr nutzten 17 Jugendliche dieses Angebot. Bewerben können sich Schüler einfach online über den Karrierebereich auf der Homepage der Bank.

Zusatzangebote für Mitarbeiter

Im letzten Jahr führte die Bank weitere freiwillige Zusatzleistungen für Mitarbeiter ein. Seit August  2016 können alle Angestellten an einem Bonusprogramm teilnehmen. Für unterschiedliche Aktivitäten, Engagement in den Bereichen Gesundheit, Umwelt und Ehrenamt werden Punkte gesammelt. Besonders gefragt sind Ernährungs- und Rückenkurse. Belohnt wird die Teilnahme mit Spendenguthaben. In Sachen Familienfreundlichkeit wurde die Bank erneut für vier Jahre vom Kreis Soest zertifiziert. Die Mitgliedschaft in der Familiengenossenschaft ermöglicht ein umfangreiches Angebot, die den Mitarbeitern Lösungen für Familienthemen wie Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen und gesundheitliche Fragestellungen und andere belastende Lebenssituationen bietet.

Umsatzstarkes Immobiliengeschäft

Ausgesprochen lebhaft und umsatzstark endete das abgelaufene Geschäftsjahr der Volksbank Hellweg Immobilien GmbH. Mit 151 verkauften Objekten und einem Umsatz von ca. 26,6 Millionen Euro konnte eine Umsatzsteigerung von 48 Prozent beim Volumen und auch bei den Erträgen verbucht werden. Wie schon in den Vorjahren waren Ein- und Zweifamilienhäuser stark gefragt. Hiervon konnten 63 Objekte vermittelt werden. Aber auch Eigentumswohnungen stießen auf reges Interesse, teils zur Eigennutzung, teils zur Anlage. Hierbei konnte die Immobiliengesellschaft 62-mal behilflich sein. Der Rest der Vermittlungen entfiel auf 12 Wohn-und Geschäftshäuser, 6 landwirtschaftliche Nutzflächen, 5 Grundstücke und 3 Gewerbeobjekte. Die geburtenstarken Jahrgänge, das billige Baugeld, die gute Konjunktur und mangelnde Alternativen nach Geldanlagen halten die Nachfragen weiterhin hoch – ein Trend der nach Einschätzung der Banker auch weiterhin noch anhalten wird.

Baufinanzierungen boomen

Die Kredite nahmen über alle Kundengruppen hinweg um 1,4 Prozent auf 966 Millionen Euro zu. Der Anteil von gewerblichen und privaten Krediten hält sich nach wie vor die Waage. Das Volumen der neu herausgelegten Kredite lag bei 223 Millionen Euro (plus 3,4 Prozent). Die Kredite an Privatkunden stiegen um 2,4 Prozent auf 512 Millionen Euro. 913 Kunden nahmen Konsumentenkredite mit einem Volumen von 8 Millionen Euro auf. Trotz bürokratischer Hürden durch die Wohnimmobilienkreditrichtlinie finanzierte die Bank 831 Immobilienvorhaben. Das sind 152 Kreditzusagen mehr als im Vorjahr. Das Immobilienkreditneugeschäft betrug 73,5 Millionen Euro. Ein Grund für die hohe Nachfrage war sicherlich die Zinsentwicklung. Im vergangenen Jahr sanken die Zinsen für Baufinanzierungen mit einer Zinsfestschreibung von 10 Jahren von 1,7 Prozent im Januar vergangenen Jahres auf 1,5 Prozent im Dezember.

Mehr Nachfrage nach gewerblichen Krediten

Insgesamt betrug der Bestand an Unternehmenskrediten zum Jahresende 454 Millionen Euro. Als Wachstumsmotor erwiesen sich aufgrund der guten Wirtschaftslage wieder die Kredite an mittelständische Unternehmen. Volle Auftragsbücher und steigende Absatzzahlen führten zu einer regen Investitionsbereitschaft bei den gewerblichen Kunden. Das Neukreditvergabevolumen für gewerbliche Zwecke betrug 138 Millionen Euro. Wie im Vorjahr erstreckte sich die Investitionstätigkeit auf Gewerbeimmobilien, Maschinen, EDV, Fuhrpark und Einrichtungen. Einen großen Anteil am Neugeschäft hatten in 2016 die Dienstleistungsbranche mit 17,3 Millionen Euro und die KFZ-Branche mit 14,7 Millionen Euro. Kredite für erneuerbare Energien sind mit 3,6 Millionen Euro stark rückläufig. Das sind fast 10 Millionen Euro weniger als im Vorjahr, was stark durch einzelne Großprojekte beeinflusst war. Kreditgewährungen an Gebietskörperschaften waren der Spitzenreiter mit 24,9 Millionen Euro. Trotz historisch niedriger Fremdkapitalzinsen setzten viele Unternehmen eigene Mittel zur Finanzierung ihrer Vorhaben ein. „Besonders erfreulich ist, dass das Volumen von vielen verschiedenen Branchen nachgefragt wird“, so Dr. Andreas Sommer. Das Auftragsbuch der Volksbank war zum Jahresende mit 62 Millionen Euro offenen Darlehenszusagen sehr gut gefüllt.

60 Prozent mehr Fördermittel für den Wohnungsbau

Verteilt auf die Förderbereich gab es in 2016 im Vergleich zum Vorjahr unterschiedliche Veränderungen. Über alle Segmente hat das Fördervolumen zugenommen. Insgesamt reichte die Volksbank Hellweg eG 278 Anträge mit einem um 3,7 Prozent gestiegenen Antragsvolumen von 29,7 Millionen Euro an die Förderinstitute weiter. Die unterschiedliche Konjunkturlage in Bezug auf Gewerbe, Landwirtschaft und Privathaushalte, die Investitionsneigung sowie die niedrigen Zinsen haben die Nachfrage nach Förderkrediten geprägt. Während die vermittelten gewerblichen und landwirtschaftlichen Programme in Stückzahl und Volumen sanken, verzeichnete das Finanzierungsvolumen im Wohnungsbau einen positiven Trend. Speziell die Fördermöglichkeiten im Programm „KfW-Energieeffizient Bauen“ sorgte für einen  deutlichen Volumenzuwachs von 60 Prozent auf 14 Millionen Euro. 23 Existenzgründer (Vorjahr 28) erhielten Fördergelder in Höhe von mehr als 2 Millionen Euro. Gewerbliche Unternehmen fragten vermehrt Energieeffizienzkredite nach. Insgesamt 50 Mittelständler erhielten zinsverbilligte Darlehen in Höhe von 11,5 Millionen Euro. Die Probleme der Landwirtschaft in den Segmenten „Milch“ und „Schweine“ führten zu einem Rückgang der Fördermittelnachfrage bei den heimischen Landwirten. 40 Betriebe beantragten knapp 4 Millionen Euro, was einem Rückgang in der Stückzahl von 36 Prozent bedeutet. Das Neugeschäftsvolumen verringerte sich um 20 Prozent.

Ergebnis erreicht solides Vorjahresniveau

Die Niedrigzinsphase und die Regulatorik belasteten auch in 2016 das Ergebnis der Bank. Dank des erfolgreichen Kundengeschäfts erreichte die Bank einen Jahresüberschuss in Höhe von 2,9 Millionen Euro, der vergleichbar mit dem des Vorjahres ist. Der Zinsüberschuss reduzierte sich gegenüber dem Wert aus 2015 um 1,5 Millionen Euro auf  27,5 Millionen Euro. Das Provisionsergebnis konnte um 1,6 Prozent auf 7,9 Millionen Euro ausgeweitet werden. Die Verwaltungsaufwendungen sanken dank verschiedener Einsparungen um 2,2 Prozent auf 22,6 Millionen Euro. „Trotz Rückgang im Zinsüberschuss konnten wir das Vorjahresniveau beim Ergebnis halten. Mit der konsequenten Umsetzung unserer Kostensenkungsmaßnahmen haben wir die Ausgabenseite fest im Griff. Im letzten Jahr haben unter anderem maßgeblich Energie-, Papier- und Portokosten eingespart“, erklärte Bernd Wesselbaum. Die hochsolide Eigenkapitalausstattung der Bank zeigt sich in einer gesunden Gesamtkapitalquote. Alle Eigenkapitalanforderungen erfüllt die Bank ohne Probleme.