Düsseldorf war für „Pencilmania“ eine Reise wert

Düsseldorf/Soest. Einen starken Eindruck hinterließ die Schülergenossenschaft Pencilmania aus Soest am Montag auf der ersten „GenoGenial!“ in Düsseldorf. Gemeinsam mit 14 weiteren Schülergenossenschaften aus ganz NRW präsentierte das Nachwuchsunternehmerteam seine Geschäftsidee vor den Augen von Schulministerin Sylvia Löhrmann und einem 400-köpfigen Publikum: Einen eigenen Laden für die Versorgung von Schülern und Lehrern mit Schreibbedarf aller Art. Dass es am Ende für die Schülerinnen und Schüler des Hubertus-Schwartz-Berufskollegs nicht zu einem vorderen Platz beim Jurywettbewerb um den Schülergenossenschaftspreis reichte, fanden die Verantwortlichen zwar schade, aber angesichts der ebenfalls sehr guten Konkurrenz verschmerzbar. Von der Partnergenossenschaft Volksbank Hellweg gab es auf jeden Fall großes Lob für den großen Einsatz.   

Ideenvielfalt auf der GenoGenial

Tatsächlich war die Ideenvielfalt auf der GenoGenial! beachtlich. Schülergenossenschaften produzieren Honig und Filz und sorgen für den Vertrieb dieser Produkte, sie beraten Haushalte in Energiefragen, stellen Pralinen her und bieten Dienstleistungen rund um die Gartenpflege an. Die mit dem Kürzel eSG (eingetragene Schülergenossenschaft) agierenden Schülerfirmen in NRW sind auf vielen Feldern aktiv und machen dort gute Geschäfte. Dabei erproben die Nachwuchsmittelständler auch ganz praktisch eine besondere Form der Unternehmensstruktur – die Genossenschaft.

Im Haus der WGZ BANK kam es am Montag darauf an, sowohl auf der Bühne als auch am eigenen Messestand zu punkten. So manche eSG ging darüber hinaus aktiv auf das interessierte Publikum zu und überzeugte im persönlichen Gespräch vom eigenen Angebot. Nach einer langen und intensiven Jury-Debatte zeichneten NRW-Ministerin Löhrmann, Ralf W. Barkey (Vorstandsvorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes, RWGV) und Roland Berger (Vorstand der Stiftung Partner für Schule NRW) die besten Schülergenossenschaften des Landes aus. Platz eins ging an die Schülerei aus Lennestadt, Platz zwei an das Vogelnest in Kamen, und auf Rang drei landeten die Heinzelmännchen aus Bocholt.  Zudem wurde ein Publikumspreis verliehen: Dieser ging an das Etui in Menden.

Hintergrundinfo

„Schülergenossenschaften – nachhaltig wirtschaften – solidarisch handeln“ heißt das gemeinsame Projekt des RWGV und der Stiftung Partner für Schule NRW, mit heute schon 25 Schülergenossenschaften in NRW; im laufenden Jahr sollen weitere 30 hinzukommen.

Eine 15-köpfige Jury aus Bildung, Wirtschaft, Politik und Verwaltung bewertet auf der Messe sowohl die Bühnenpräsentationen der Schülergenossenschaften, als auch ihre Ausstellungsstände und Geschäftskonzepte und ermittelt so die drei Gewinner des Schülergenossenschaftspreises. Auswahlkriterien sind die „Nachhaltigkeit der Geschäftsidee“ und das „Marketingkonzept“ der jeweiligen Genossenschaft. Die Preise haben einen Gesamtwert von 1.000 Euro. Zusätzlich wählt das Publikum die Schülergenossenschaft mit der originellsten Geschäftsidee. Darüber hinaus wird unter allen Veranstaltungsteilnehmern, die beim Publikumspreis mitgewirkt haben, eine Dienstleistung oder ein Produkt einer Schülergenossenschaft verlost.

Die Schulministerin unterstützt als Schirmherrin die Initiative, auch weil sie Schülerinnen und Schülern ergänzend zum Unterricht wichtige Erfahrungsmöglichkeiten im Bereich der ökonomischen Bildung und für ihre Berufs- oder Studienwahl eröffnen. „Genossenschaftlich organisierte Schülerfirmen sind ein großartiges Beispiel dafür, wie ökonomische Bildung und eigenverantwortliches, solidarisches Handeln sinnvoll in das Schulleben integriert werden können. Schülergenossenschaften sind besondere Schülerfirmen. „Hier gestalten Schülerinnen und Schüler aller Schulformen selbst handelnd und realitätsnah das demokratisch-solidarische Geschäftsmodell ‚Genossenschaft‘“, erklärte Schulministerin Sylvia Löhrmann.

Im Projekt steht nicht die wirtschaftliche Theorie im Vordergrund: Die Jugendlichen erfahren vielmehr praktisch die genossenschaftlichen Prinzipien Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung, indem sie beispielsweise alle Gremien demokratisch wählen. Unterstützt werden die einzelnen Schülergenossenschaften jeweils durch ein genossenschaftliches Partnerunternehmen aus der Region. „Der Einsatz in der Schülergenossenschaft lohnt sich für jede Schülerin und jeden Schüler. Denn sie lernen aktiv finanzwirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen, steigern ihre Ausbildungsleistungen und lernen vor allem durch die interaktive Zusammenarbeit in der täglichen Arbeit so wichtige Fähigkeiten wie soziale Kompetenz, Kommunikation mit Kunden und sich sicher zu präsentieren“, sagte der Vorstandvorsitzende des RWGV Ralf W. Barkey.

„Die Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen hat in Nordrhein-Westfalen eine lange Tradition. Schon seit 2004 stärkt die Stiftung Partner für Schule NRW solche Kooperationen und unterstützt Schulen auf diese Weise in den Bereichen ökonomische Bildung und Studien- und Berufsorientierung. Mit dem RWGV haben wir einen Partner gewonnen, dessen Werte über das rein Ökonomische hinausgehen. Das merkt man den hier vorgestellten Schülergenossenschaften deutlich an, und es fördert die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler für das Projekt“, erklärte Roland Berger, Vorstand der Stiftung Partner für Schule NRW.

„GenoGenial!“ ist die erste interaktive Netzwerk-Messe der Schülergenossenschaften des RWGV und der Stiftung Partner für Schule NRW. Die Schülergenossenschaften stellten auf der Messe an Ständen und in Präsentationen vor, wie solidarisches und nachhaltiges Wirtschaften in der Praxis funktioniert. Sie zeigten interessierten Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern, Eltern, Vertretern der Mitgliedsgenossenschaften sowie Gästen aus Politik und Wirtschaft, wie eine Schülergenossenschaft geplant, gegründet und organisiert wird. Auf der Messe präsentieren die Schülergenossenschaften ihre Produkte und Dienstleistungen und informieren über ihre Zusammenarbeit mit ihren örtlichen Partnergenossenschaften.